Podium Trans* Kinder in Familie, Schule und Gesellschaft

Mit einem solchen Ansturm wagten die Organisator_innen des IZFG, des Berner LGBTI-Filmfestivals Queersicht und von Transgender Network Switzerland (TGNS) in ihren kühnsten Träumen nicht zu rechnen: Etwa 230 Personen strömten am 3. November ins vonRoll-Areal, um die Abendveranstaltung «Trans* Kinder in Familie, Schule und Gesellschaft» zu besuchen. Offensichtlich traf die Veranstaltung ein grosses Informationsbedürfnis von Fachpersonen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten.

„Und dann stellt sich für mich nicht die Frage richtig oder falsch. Sondern nur glücklich oder unglücklich.“

Mit diesen Worten bringt die Mutter von Nori, die siebenjährige Protagonistin des zum Auftakt gezeigten Films „Mädchenseele“, eine der Kernaussagen des Abends auf den Punkt. Dass ihre Tochter als Mädchen glücklich ist, daran lässt Nori selbst keine Zweifel. Anschliessend an den Film führte Dr. Erik Schneider wissenschaftlicher, doch nicht minder unterhaltend, in das Thema Trans* und speziell den Umgang mit trans* Kindern ein. Damit trans* Kinder glücklich und gesund aufwachsen können, muss der Leidensdruck der sie umgebenden Erwachsenen abgeholt werden, so eine seiner Hauptbotschaften. Denn an den trans* Kindern ist nichts falsch, sie bilden eine Facette der Diversität unserer Gesellschaft, eine Facette, mit der die Professionellen umzugehen lernen müssen.

Für die anschliessende Podiumsdiskussion setzten sich zu Erik Schneider eine der Hauptpersonen, eine 14-jährige trans* Jugendliche, sowie der Vater eines trans* Mädchens und Marianne Kauer von Kinderschutz Schweiz. Während die jugendliche Podiumsteilnehmerin offensichtlich glücklich und von ihrem Umfeld getragen als Mädchen lebt, oder „befreit“, wie sie selbst ihre Gefühle nach der Änderung des amtlichen Geschlechts beschreibt, erlebten der anwesende Vater und seine Familie das Gegenteil. Nachbarn griffen seine Familie so massiv an, dass sie umziehen musste. Zwei Geschichten, die die grosse Spannbreite der Lebensrealitäten von trans* Kindern und Jugendlichen in der Schweiz von heute illustrierten.

Im Vorfeld des Podiums wurden Erik Schneider, Psychiater und Experte für geschlechtsvariante Kinder, und Henry Hohmann, Co-Präsident von TGNS, von Radio SRF4 News interviewt. Mit Erlaubnis des Senders dürfen die beiden je etwa fünfminütigen Beiträge hier verlinkt werden:
Beitrag Erik Schneider
Beitrag Henry Hohmann

 

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